FIBU ANZ Belegarten
Zuletzt aktualisiert Vor etwa 2 Monaten
Aufgrund der Besonderheiten der Anzahlungsbuchhaltung können nicht alle Buchungen mit den herkömmlichen Belegarten Rechnung, Zahlung, Gutschrift oder blank abgewickelt werden. In der Anzahlungsbuchhaltung gibt es daher eigene Belegarten.
Anforderung
Nachfolgend wird die Standardverarbeitung für die Anforderungen beschrieben. Die Verarbeitung für die Sonderfunktionen lt. Finanzbuchhaltung Einrichtung, Kreditoren Anzahlungsbuchhaltung, Felder 'kred. ANZ nicht stat.' und 'kred. ANZ nicht stat. II' werden gesondert beschrieben.
- Anforderungen sind keine Rechnungen im Sinne des Umsatzsteuergesetzes und lösen daher keine Umsatzsteuerpflicht aus. Sie werden mit der Buchungsmatrix (Geschäftsbuchungsgruppe, Produktbuchungsgruppe, MWST Geschäftsbuchungsgruppe und MWST Produktbuchungsgruppe) gebucht, die im Anz-Vorgangskopf hinterlegt ist, sofern die Buchungsgruppen nicht manuell überschrieben werden, was nicht der Fall sein sollte.
- Anforderungen haben die Belegart 'Rechnung' und die Belegart AnzVorgang ' Anforderung'.
- Anforderungen sind als 'statistisch' gekennzeichnet. Das bedeutet, dass die Anforderung nicht in die GuV - bzw. Gewinnberechnung bei der Bilanzierung einfließt.
- Die Buchungsmatrix aus dem Vorgangskopf muss im Feld 'Unreal. MWSt.-Art' mit dem Wert 'Prozentsatz' eingerichtet sein.
- Anforderungen können im Anzahlungsvorgang, im Rechnungsausgangsbuch, im Rechnungseingangsbuch im Nachunternehmermodul und im Fibu Buch.-Blatt erfasst und gebucht werden. Sie werden dann jeweils in die Anzahlungsvorgangskarte durchgereicht.
- Auf Anforderungen dürfen nur Anzahlungen referenziert werden. Wird nach der Anforderung eine 'Zahlung', also ein Beleg mit der Belegart 'Zahlung' gebucht, wird diese nicht automatisch auf die Anforderung geschlossen, sie löst auch keine Steuerbuchung aus!!
Anzahlung
- Anzahlungen, wenn direkt im Anzahlungsvorgang gebucht, werden auf alle noch offenen Anforderungen automatisch referenziert, ausgeschlossenen sind mit 'Abwarten' <> blank gekennzeichnete Einbehalte. Entsteht ein offener Teilbetrag einer Anzahlung, wird dieser mit der nächsten Anforderung automatisch geschlossen, das kann nicht unterbunden werden.
- Beim automatischen Ausgleich von in der Anzahlungsbuchhaltung direkt gebuchten Anzahlungen wird kein Skonto gebucht. Wenn Skonto gebucht werden soll, muss manuell referenziert werden.
- Wird die Anzahlung direkt im Anzahlungsvorgang erfasst und soll manuell (nicht automatisch) ausgeglichen werden, wird in der Vorgangszeile kein Betrag erfasst, er wird, nach der Referenzierung aus dem Postenausgleich, in die Vorgangszeilen übernommen.
- Eine Anzahlung kann auch mit Skonto auf eine Anforderung geschlossen werden. Ebenso wie die Anzahlung ist der Skonto dann 'realer Skonto' und wird entsprechend bewertet. Er erhöht die bei einer Schlussrechnung zu berücksichtigenden erhaltenen oder geleisteten Anzahlungen und mindert bzw. erhöht (je nach dem, ob debitorisch oder kreditorisch) gleichzeitig zum Zeitpunkt der Anzahlung die Steuerpflicht. Beispiel:Es wird debitorisch eine Anforderung i.H.v. 119.000,00 € gebucht. Diese wird mit 115.430,00 € Anzahlung und 3.570,00 Skonto geschlossen. Es gibt keine Einbehalte. Die Anzahlung ist mit 19% zu versteuern. Merke:(1) Die Anforderung i.H.v. 119.000,00 wird mit einer Anzahlung i.H.v. 119.000,00 geschlossen, diese werden zunächst auch versteuert. Das sind im Beispiel 19.000,00€(2) Gezahlt (Geldfluss) wurden 115.430,00€, 3.000,00 sind gewährter Skonto, die Steuer hierauf mindert die USt-Zahllast in Höhe von 570,00 €. Auf dem USt-Konto sind daher 18.430,00 €, die auch zu versteuern sind.(3) Das Konto 'unrealisierte Umsatzsteuer' hat nach Buchung der Anzahlung einen Saldo von Null.(4) Bei Buchung der Schlussrechnung wird das Konto 'erhaltene Anzahlungen' (410100) auf das Sammelkonto der Schlussrechnung (240000) umgebucht. Diese Umbuchung geschieht im Hauptbuch. Es wird kein Debitorposten erstellt. >> siehe auch Belegart 'Schlussrechnung'
- Zur Bilanzierung der Anzahlungen: Anzahlungen stellen aus bilanzieller Sicht Verbindlichkeiten bzw. Forderungen über noch nicht erbrachte Leistungen da. Eine erhaltene Anzahlung eines Kunden stellt eine Verbindlichkeit da, die Verbindlichkeit gegenüber dem Kunden besteht in der noch zu erbringenden Leistung. Anzahlungen sind netto zu bilanzieren. Daher erhält das Konto 'unrealisierte Umsatzsteuer' die gleiche Bilanzposition, wie das Konto 'erhaltene Anzahlungen'; die beiden Beträge einer Anzahlung saldieren sich dann zum relevanten Nettowert der Anzahlung. Beispiel:
Schlussrechnung
- Die Schlussrechnung muss mit der Belegart 'Schlussrechnung' erfasst werden.
- Bei Buchung einer Schlussrechnung werden sämtliche gebuchten Anforderung storniert. Dies ist unabhängig davon, ob deren Buchungs-/Belegdatum später liegt als das Buchungsdatum der Schlussrechnung. Damit haben auch die Konten (Sammelkonten und die korrespondierenden Aufwands- bzw. Erlöskonten, ebenso die unrealisierten Steuerkonten) im Hauptbuch erst mit Buchung der Schlussrechnung je Vorgang einen Nullsaldo.
- Bei Buchung einer Schlussrechnung werden sämtliche gebuchten Anzahlungen als Zahlung auf die Schlussrechnung referenziert. Im Hauptbuch werden die Konten 'erhaltene' bzw. 'geleistete' Anzahlungen auf das dem Debitor/Kreditor zugewiesene Sammelkonto umgebucht. Ist der Betrag der Schlussrechnung kleiner als die Summe der gebuchten Anzahlungen, erfolgt eine Abfrage: 'Das Buchen dieser Schlussrechnung führt zu einer Überzahlung. Soll die Überzahlung im Vorgang bleiben?'. Dies zu bejahen ist nur dann sinnvoll, wenn noch nachfolgende Rechnungen im Vorgang zu erwarten sind. Falls nicht, sollte die Abfrage verneint werden, damit die Überzahlung anderweitig verwendet werden kann. Die Ausbuchung der Überzahlung erhält aus technischen Gründen die Belegart 'Rechnung' im Anz.-Vorgang.
- Weist die Schlussrechnung nach der Buchung noch einen Rest-OP aus, weil sie höher ist als die Summe der erhaltenen oder geleisteten Anzahlungen, müssen weitere Zahlungen mit der Belegart 'Zahlung' gebucht werden, da diese keine Steuerpflicht mehr auslösen dürfen.
- Nach Buchung einer Schlussrechnung können im Vorgang Rechnungen/Gutschriften erfasst und gebucht werden.
- Eine Schlussrechnung kann mit abweichendem Buchungsdatum storniert werden, das abweichende Buchungsdatum muss aber innerhalb des gleichen Wirtschaftsjahres liegen. Falls ein schlussgerechneter Anzahlungsvorgang im kommenden Wirtschaftsjahr verändert werden soll, muss dies mit buchhalterischen Mitteln geschehen. D.h. es wird eine Gutschrift gebucht und dann können die gewünschten Anforderungen und Anzahlungen einzeln oder in Summe wieder eingebucht werden. Die Prüfung auf den zulässigen Wirtschaftszeitraum wird ist ab Version 2023 aktiv.
Wird auf das unter 'Anzahlung' genannte Beispiel eine Schlussrechnung i.H.v. Brutto 130.900,00 gebucht, ergeben sich nachfolgende Buchungen und Salden.
Teilschlussrechnung
Die Teilschlussrechnung ermöglicht die Selektion der zu stornierenden Anforderungen und der umzubuchenden Anzahlungen. Inhaltlich entspricht die Teilschlussrechnung ansonsten einer Schlussrechnung. Es können beliebig viele Teilschlussrechnungen in einem Vorgang gebucht werden. Da die Teilschlussrechnung benötigt wird, um die Anforderungen bzw. Anzahlungen zu selektieren, die in eine Schlussrechnung einzubeziehen sind, kann die Teilschlussrechnung nur bei Vorgängen verwendet werden, die im Leistungszuwachs gebucht werden.Nach einer Teilschlussrechnung können auch einfache Rechnungen gebucht werden. Es kann ebenso eine 'Schlussrechnung' gebucht werden. Es werden dann nur noch die Anforderungen storniert, die durch die Teilschlussrechnungen noch nicht storniert wurden und es werden nur noch die Anzahlungen umgebucht, die durch die Teilschlussrechnung noch nicht umgebucht wurden.
Werden die Belege der Anzahlungsbuchhaltung im RABU erfasst und gebucht, darf nach einer Teilschlussrechnung keine Schlussrechnung gebucht werden, weil der Rechnungsdruck dann ggf. nicht die gewünschten Anzahlungen ausgibt. Das gilt nicht für den Report 'Verkauf Rechnungsbeleg' R5143935. Hier können abweichend über die Option 'Druckdefinitionen' die gewünschten Anzahlungen gedruckt werden.
Für die Teilschlussrechnung wird, ebenso wie für die Schlussrechnung, eine Zeile im Anzahlungsvorgang erfasst.
Anschließend sind die einzubeziehenden Anforderungen/Anzahlungen über die Action 'TSR ID setzen' (Umschalt + F9) zu markieren.
Insgesamt gilt.
- Die markierten Anforderungen / Anzahlungen erhalten in den Vorgangszeilen im Feld 'TSR' die ID der Teilschlussrechnung. Das ist für die erste Teilschlussrechnung eines Vorgangs immer die TSR1.
- Wenn keine Vorgangszeilen markiert werden, wird die Teilschlussrechnung dennoch gebucht, es werden dann aber weder Anforderungen storniert noch Anzahlungen umgebucht.
- Wenn sämtliche Anforderungen und sämtliche Anzahlungen markiert werden, entspricht die Teilschlussrechnung inhaltlich einer Schlussrechnung.
- Eine Teilschlussrechnung kann durch die Belegart 'Korrektur Schlussrechnung' gemindert oder erhöht werden.
- Eine Teilschlussrechnung kann NICHT mit abweichendem Buchungsdatum storniert werden, wie es bei der Schlussrechnung der Fall ist. Die Funktion 'Zeilenstorno' ist nur mit den Ursprungsdaten möglich.
- Bei Buchung einer Teilschlussrechnung wird keine automatische Überzahlung gebucht, ist die Teilschlussrechnung geringer als die Summe der markierten Anzahlungen müssen die relevanten Anzahlungen zunächst mit der Belegart 'Negative Anzahlung' auf den Schlussrechnungsbetrag gemindert werden.
- In eine Teilschlussrechnung können nur gesamte Belege einbezogen werden. D.h. eine Anforderung wird durch die Teilschlussrechnung storniert, oder nicht. Es können keine Teilbeträge storniert werden. Sollte das gefordert sein, muss die Anforderung zunächst mittels 'Korrektur Anforderung' gemindert und der nicht einzubeziehende Teil der Anforderung als neue Anforderung wieder gebucht werden.
- In eine Teilschlussrechnung können nur gesamte Belege einbezogen werden. D.h. eine Anzahlung wird durch die Teilschlussrechnung umgebucht oder nicht. Es können keine Teilbeträge umgebucht werden. Sollte das gefordert sein, muss die Anzahlung zunächst mittels 'Negativer Anzahlung' gemindert und der nicht umzubuchende Teil der Anzahlung als neue Anzahlung wieder gebucht werden.
Korrektur Anforderung
Die Korrektur Anforderung ist eine Sonderbelegart, die es erlaubt, eine gebuchte Anforderung der Höhe nach zu ändern und dabei abweichende Belegdaten zu verwenden. Es ist ein eigenständiger Beleg, der aber in den Verarbeitungen der ursprünglichen Anforderung zugerechnet wird. Unter 'Ausführen', 'Zeile stornieren' wird der Vollstorno einer Anforderung ausgeführt. Danach kann diese erneut gebucht werden. Das führt in der Praxis dann zu Problemen, wenn der Buchungsmonat bereits geschlossen ist. Über die 'Korrektur Anforderung' kann ein Storno mit abweichendem Buchungsdatum erstellt werden. Die Korrektur kann aber auch über Teilbeträge erfolgen.
Im einzelnen gilt:
- Die 'Korrektur Anforderung' erhält eine eigene Vorgangszeile mit der der Belegart 'Teilstorno Anforderung'.
- Die 'Korrektur Anforderung' kann nicht durch einen Zeilenstorno storniert werden, da sie selbst ein Storno ist und Storno vom Storno sind nicht zulässig. Das gilt für die Minderung ebenso wie für die Erhöhung.
- Wird die ursprüngliche Anforderung durch 'Ausführen'; 'Zeile stornieren' storniert, werden die 'Korrekturen Anforderung' automatisch mit storniert.
- Die Kontierung der 'Korrektur Anforderung' ist identisch mit der Kontierung der ursprünglichen Anforderung, da es sich inhaltlich um einen Storno handelt, sie kann nicht geändert werden, das gilt z.B. für KoA, Sachkonto, Kostenstelle, aber auch für die externe Belegnummer.
- Der im Feld 'Betrag' anzugebene Betrag darf nicht höher als die ursprüngliche Anforderung sein. Wenn die ursprüngliche Anforderung mit Einbehalten gebucht wurde und die Angabe im Feld 'Korrektur anteilig auf Einbehalte' = nein, darf der Betrag nicht höher sein als der Haupt-OP.
- Die 'Korrektur Anforderung' wird immer auf die ursprüngliche Anforderung geschlossen und hat daher immer eine Restbetrag von 0. Die 'Korrektur Anforderung' ist in der Referenz der Anforderung mit der Postenart 'Erhöhung/Minderung' gekennzeichnet.
- In Listen und Ausgaben wird die 'Korrektur Anforderung' i.d.R. mit der ursprünglichen Anforderung saldiert (sofern die Liste zu einem Zeitpunkt ausgegeben wird, der das relevante Datum der 'Korrektur Anforderung' einschließt).
- Die ursprüngliche Anforderung kann durch die 'Korrektur Anforderung' nur bis zum offenen Restbetrag gekürzt werden, wenn die Anforderung bereits durch eine Anzahlung mit Skonto (teil-)geschlossen wurde. Beispiel: Eine Anforderung i.H.v. 10.000 € wurde mit 100,00 € Einbehalt gebucht. Der Haupt-OP wurde mit 9.702,00 € Zahlung und 198,00 € Skonto geschlossen. Der dann noch offene Restbetrag i.H.v. 100,00€ offener Einbehalt kann nicht durch die Korrektur Schlussrechnung gemindert werden, weil der zu kürzende Betrag, anteilig auf Einbehalt und Haupt-OP verteilt und der Haupt-OP mit Skonto geschlossen wird.
- Die ursprüngliche Anforderung kann durch die 'Korrektur Anforderung' auch über den offenen Restbetrag hinaus gekürzt werden, wenn die Anzahlung nicht mit Skonto gebucht wurde. Bei der Korrekturbuchung wird die Verknüpfung der Anforderung und Anzahlung geöffnet, dann wird die Anforderung i.H. des zu buchenden Betrages auf die Anforderung geschlossen und anschließend wird die Verknüpfung von Anzahlung mit der nun geminderten Anforderung wieder hergestellt.
- Die 'Korrektur Anforderung' kann nur im Vorgang direkt gebucht werden.
Über 'Ausführen', 'Korrektur Anforderung' wird die Requestform der 'Korrektur Anforderung' geöffnet. Hier können folgende Angaben getätigt werden:
Belegnr.
Die Belegnummer wird vorgeschlagen. Der Vorschlag wird aus der ursprünglichen Belegnummer zuzüglich der Kennung '-TS' erzeugt. Anschließend wird noch eine lfd. Nr. angehängt, da eine Anforderung auch mehrere Korrekturen erhalten kann. Der Vorschlag kann geändert werden.
Dokument-ID
Angabe der Dokument-ID.
Belegdatum/Buchungsdatum/Leistungsdatum
Angabe der Belegdaten für die Korrekturbuchung. Das Buchungsdatum darf dabei nicht vor dem Buchungsdatum des zu stornierenden Beleges liegen.
Minderung/Erhöhung
Die Korrektur einer Anforderung kann sowohl eine Minderung des Betrages sein als auch eine Erhöhung, wenn die Anforderung z.B. zuvor gekürzt gebucht wurde.
Betrag
Der anzugebene Betrag ist der Bruttobetrag.
Buchungstext
Der Buchungstext wird mit dem ursprünglichen Buchungstext zuzüglich der Information 'Korrektur' vorgeschlagen. Er kann geändert werden.
Korrektur anteilig auf Einbehalte
Es besteht die Möglichkeit, hier JA oder NEIN anzugeben. Es besteht nicht die Möglichkeit z.B. nur einen Einbehalt zu mindern oder zu erhöhen. Wenn das Kennzeichen nicht gesetzt ist, wird die Korrektur in Höhe es im Feld 'Betrag' angegebenen Betrages auf den Haupt-OP gebucht.
Korrektur Schlussrechnung
Die Korrektur Schlussrechnung ist eine Sonderbelegart, die es erlaubt, eine gebuchte Schlussrechnung der Höhe nach zu ändern und dabei abweichende Belegdaten zu verwenden. Es ist ein eigenständiger Beleg, der aber in den Verarbeitungen der ursprünglichen Schlussrechnung zugerechnet wird.
Bei einem Storno werden alle Anforderungen wiederhergestellt und die vorher durch die Schlussrechnung umgebuchten Anzahlungen wieder als auf die Anforderungen referenzierten Anzahlungen gebucht. Das ist bei der Korrektur der Schlussrechnung nicht der Fall. Hier wird lediglich die Höhe der Schlussrechnung verändert. Hierbei kann es aber zu Überzahlungen kommen. Diese wird dann automatisch entweder aus dem Vorgang heraus gebucht oder verbleibt als 'Zahlung' im Vorgang.
Ist die Korrektur der Schlussrechnung höher als der offene Restbetrag, ergibt sich zwangsläufig, dass ein bisher auf diese Schlussrechnung gebuchter Zahlbetrag in Höhe X 'frei' wird. Es erfolgt dann eine Abfrage ob diese Zahlung im Vorgang bleiben soll oder als 'Normale Zahlung' im Kreditorenposten ohne Vorgangsbezug gebucht werden soll. Dann kann dieser Zahlbetrag verwendet werden, um andere offene Rechnungen des Kreditoren zu schließen.
Negative Anzahlung
Die negative Anzahlung kann verwendet werden, um Anzahlungen z.B. aus einem Vorgang herauszulösen und auf einen anderen Vorgang (oder als normale Zahlung) wieder neu zu buchen. Die Besonderheit hier ist, dass die Umbuchung der Steuer, die durch die Buchung der Anzahlung erfolgte, rückgängig gemacht werden muss.
Die negative Anzahlung wird ausgehend von einer Anzahlung erfasst, es muss also eine entsprechende Anzahlungsvorgangszeile markiert sein. Dann Ausführen und 'Negative Anzahlung' auswählen.
- Die Auswahl ist nur zulässig, solange die Anzahlung noch nicht schlussgerechnet ist. Wenn schlussgerechnete Anzahlungen umgebucht werden sollen, muss die Belegart 'Negative Zahlung' verwendet werden.
- Die Belegnummer der negativen Anzahlung wird vorgegeben. Es ist die Belegnummer der Anzahlung mit dem Zusatz '-NANZ' plus Zähler.
- Es können auch mehrere negative Anzahlungen auf eine Anzahlung referenziert werden.
- Beleg- Buchungs- und Leistungsdatum wird aus der Anzahlung vorgeschlagen. Die Daten können geändert werden.
- Der Betrag der negativen Anzahlung ist anzugeben.
Wenn die Anzahlung in voller Höhe umgebucht werden soll und die Anzahlung mit Skonto gebucht wurde, ist hier der Betrag plus der Skontobetrag anzugeben. In den Spalten 'Sollbetrag', 'Habenbetrag' oder 'Betrag' der Anzahlungsvorgangszeile steht der Betrag ohne Skonto, dieser ist dann ggf. hinzuzurechnen.
- Die negative Anzahlung ist nur in voller Höhe zulässig, wenn die zugrundeliegende Anzahlung mit Abzügen gebucht wurde.
- Gegenkontoart und Gegenkonto wird aus der Einrichtung vorgeschlagen. Es kann nur auf das ursprüngliche Bankkonto geändert werden. Das sollte aber die Ausnahme sein.,
Negative Zahlung
Allgemein
In der Anzahlungsbuchhaltung kann die Notwendigkeit bestehen, eine bereits auf eine Schlussrechnung geschlossene Anzahlung zu stornieren, etwa, weil eine Falschbuchung vorliegt oder das Geld retour kommt.
Die Besonderheit hier ist, dass sich durch die Buchung der Schlussrechnung der Charakter der Zahlung geändert hat, da die steuerlichen Tatbestände (Steuerpflicht der Anzahlung) durch die Schlussrechnung aufgehoben wurden. Aus diesem Grund kann eine negative Anzahlung nicht auf eine Schlussrechnung gebucht werden. Es gibt daher die Möglichkeit, die negative Zahlung zu verwenden. Sie wird wie eine normale Zahlung ohne steuerliche Auswirkungen gebucht. Die Zahlung wird auf ein Zwischenkonto und von dort direkt wieder als offener Posten auf das Personenkonto gebucht.
Die negative Zahlung kann von der Schlussrechnung aus gebucht werden. Es kann aber auch eine Zahlung mit negativer Zahlung gebucht werden. Das kann gewünscht sein, weil das Bankkonto nicht mehr angesprochen werden soll.
- Wenn die 'Negative Zahlung' in der Kontoauszugskarte gebucht wird (Geldrückfluss), wird praktisch eine Zahlung storniert. Es wird keine 'freie' Zahlung eingebucht.
- Wenn die 'Negative Zahlung' im Anzahlungsvorgang gebucht wird, wird gleichzeitig eine 'freie' Zahlung außerhalb des Vorgangs gebucht. Sie kann dann auf andere Belege referenziert werden.
Für die Buchung der 'Negativen Zahlung' gelten nachfolgende Regeln und Grundsätze:
- Die negative Zahlung ist eine selbständige Buchung. Sie wird nur begrenzt durch die Summe der auf die Schlussrechnung referenzierenden Zahlungen. Durch die Buchung der 'Negativen Zahlung' wird aber nicht eine bestimmte dieser (An-) Zahlungen ausgebucht.
- Wenn auf eine Schlussrechnung/Rechnung keine Zahlung referenziert ist, ist der Aufruf der 'Negativen Zahlung' nicht möglich. Es wird die Meldung ' Auf die Schlussrechnung (...) kann keine negative Zahlung referenziert wreden.
- Wenn Skonto zurückgebucht wird, ist dies eigenständig und hat keinen Bezug zu dem Skonto der stornierten Anzahlung/Zahlung.
- Die Kontierung des Skontos wird aus der Schlussrechnung entnommen: D.h. das Skontokonto wird aus der Matrix ermittelt, mit der die Schlussrechnung gebucht wurde.
- In der Kontoauszugskarte kann eine 'Negative Zahlung' entweder auf einen Haupt-OP oder einen Einbehalts-OP referenziert werden. Wenn eine 'Negative Zahlung' auf beide Posten referenziert werden soll, müssen zwei 'Negative Zahlungen' erfasst werden.
- In der Anzahlungsbuchhaltung kann eine 'Negative Zahlung' direkt auf Haupt- und Einbehalts-OP referenziert werden. Es werden dann zwei 'Negative Zahlungen' erzeugt.
Buchung im Anzahlungsvorgang
Die 'Negative Zahlung' wird im Anzahlungsvorgang über Vorbereiten, 'Negative Zahlung' aufgerufen. Der Aufruf kann von einer Schlussrechnung, Teilschlussrechnung, Rechnung oder einen offenen Zahlung aus erfolgen.
Es werden nachfolgende Informationen vorgeschlagen, bzw. es sind nachfolgende Angabe zu tätigen:
Anz.Vorgang
Wird die 'Negative Zahlung' aus dem Anzahlungsvorgang heraus aufgerufen, ist das feld mit dem aktuellen Anz.Vorgang vorbelegt und kann nicht geändert werden.
Referenzbeleg
Wird die 'Negative Zahlung' aus dem Anzahlungsvorgang heraus aufgerufen, ist das Feld mit der Belegnummer der markierten Schlussrechnung/Rechnung/Teilschlussrechnung oder Zahlung vorbelegt und kann nicht geändert werden.
Belegnummer
Wird die 'Negative Zahlung' aus dem Anzahlungsvorgang heraus aufgerufen, ist das Feld vorbelegt und zwar mit der Belegnummer des ausgehenden Beleges plus dem Zusatz 'NZA + lfd.Nr.', der Vorschlag kann geändert werden.
Dokument-ID
Wird die 'Negative Zahlung' aus dem Anzahlungsvorgang heraus aufgerufen, kann die Dokument-ID hier angegeben werden. Es wird keine Dokument-ID vorgeschlagen.
Belegdatum
Wird die 'Negative Zahlung' aus dem Anzahlungsvorgang heraus aufgerufen, ist das Feld vorbelegt mit dem Belegdatum der jüngsten (gem. Buchungsdatum) auf den ausgehenden Beleg referenzierenden Zahlung. Wenn das Buchungsdatum der Schlussrechnung jünger ist, wird das Belegdatum hieraus vorgeschlagen. Der Vorschlag ist änderbar.
Buchungsdatum
Wird die 'Negative Zahlung' aus dem Anzahlungsvorgang heraus aufgerufen, ist das Feld vorbelegt mit dem jüngsten Buchungsdatum der auf den ausgehenden Beleg referenzierten Zahlung oder mit dem Buchungsdatum der Schlussrechnung, wenn dieses jünger ist. Der Vorschlag kann geändert werden. Zulässig sind Buchungsdaten, die jünger als das Vorschlagsdatum sind.
Leistungsdatum
Das Leistungsdatum wird vorgeschlagen aus dem Leistungsdatum des ausgehenden Beleges und kann geändert werden.
Gegenkontoart
Wird die 'Negative Zahlung' aus dem Anzahlungsvorgang heraus aufgerufen, kann sie optional gegen Sachkonto oder Bankkonto gebucht werden. wenn der ausgehende Beleg eine Zahlung ist. Ist der ausgehende Beleg eine Rechnung kann die 'Negative Zahlung' nur gegen Sachkonto gebucht werden.
Sachkonto
Die 'Negative Zahlung' wird gegen Sachkonto gebucht, wenn der ausgehende Beleg eine Schlussrechnung/Rechnung oder Teilschlussrechnung ist.
Bankkonto
Die 'Negative Zahlung' kann gegen ein Bankkonto gebucht werden, wenn der ausgehende Beleg eine Zahlung ist.
Hinweis: Es wird auch bei 'Gegenkontoart' Bankkonto eine 'freie Zahlung erstellt, wenn die Buchung im Anzahlungsvorgang vorgenommen wird.
Gegenkonto
Wird die 'Negative Zahlung' direkt im Anzahlungsvorgang gebucht, wird hier als Gegenkonto das 'Interimskonto Überzahlungen' aus Finanzbuchhaltung, Einrichtung, Finanzbuchhaltung Einrichtung, 'Deb. ANZ' und 'Kred. ANZ'. angezeigt. Es ist nicht änderbar.
Kostenstelle
Vorgeschlagen wird die Kostenstelle der bezugnehmenden Rechnung. Der Vorschlag ist änderbar.
Betrag Haupt-OP
Für den Betrag Haupt-OP wird die maximal zulässige Höhe der zu buchenden negativen Zahlung angezeigt und es gibt ein Eingabefeld für die negative Zahlung.Die maximal zulässige Höhe ist die Summe aller auf diesen Posten referenzierten Zahlbeträge.
Hinweis: die Betragseingabe erfolgt in allen Betragsfeldern immer positiv.
Skonto Betrag Haupt-OP
Für den 'Skonto Betrag Haupt-OP' wird die maximal zulässige Höhe der zu buchenden negativen Skontobeträge angezeigt und es gibt ein Eingabefeld für den negativen Skonto.
- Es kann auch 'nur' Skonto ausgebucht werden.
- Wenn die auf die ausgehende Rechnung referenzierten Zahlbeträge komplett ausgebucht werden sollen, muss auch der Skonto ausgebucht werden.
Betrag Einbehalts-OP
Für den Betrag Einbehalts-OP wird die maximal zulässige Höhe der zu buchenden negativen Zahlung angezeigt und es gibt ein Eingabefeld hierfür.
Skonto Betrag Einbehalts-OP
Für den Betrag Einbehalts-OP wird die maximal zulässige Höhe der zu buchenden negativen Zahlung angezeigt und es gibt ein Eingabefeld hierfür.
Als freie Zahlung buchen
Ja
Wenn 'Ja' gesetzt ist, wird die Neubuchung des Zahlbeleges mit den vorgegebenen Parametern, aber ohne Vorgangsinformation gebucht. Sie erhält damit den Charakter einer Umbuchung aus dem Vorgang heraus.
Wird die 'Negative Zahlung' aus der Kontoauszugskarte heraus gebucht, kann dieser Parameter nicht gesetzt werden. Dann wird die 'Negative Zahlung' immer als Storno gebucht.
Nein
Wenn 'Nein' gesetzt ist, wird die Zahlung mit den vorgegebenen Parametern wieder in den Vorgang gebucht. Sie erhält damit den Charakter einer Umbuchung innerhalb des Vorgangs und kann bei Bedarf einer anderen Rechnung/Schlussrechnung/Teilschlussrechnung des Vorgangs zugeordnet werden.
Hinweis: Wir eine 'freie Zahlung' durch einen Zeilenstorno der 'Negativen Zahlung' storniert, wird der Storno nicht gegen die ursprüngliche freie Zahlung referenziert. Dieser Ausgleich muss manuell erfolgen, da die freie Zahlung zwischenzeitlich anders referenziert sein könnte.
Buchungstext
Der Buchung kann ein beliebiger Buchungstext mitgegeben werden.
Buchung in der Kontoauszugskarte
Um die 'Negative Zahlung' in der Kontoauszugskarte zu erfassen, muss zunächst der Debitor/Kreditor und der negative Zahlbetrag erfasst werden. Der Aufruf erfolgt dann über die Aktion 'Negative Zahlung'.
Hinweis: Wird die 'Negative Zahlung' in der Kontoauszugskarte gebucht, wird, anders als bei Buchung in der Anzahlungsbuchhaltung, keine 'freie Zahlung' gebucht. Es wird also ein Storno, bzw. ein tatsächlicher Geldrückfluss verbucht.
Rechnung / Gutschrift
In den Anzahlungsvorgängen können auch Rechnungen und Gutschriften gebucht werden, bestehende Anforderungen schlussgerechnet sind oder es keine Anforderungen / Anzahlungen gibt.
- Rechnungen und Gutschriften dürfen nicht mit unrealisierter Steuer gebucht.
- Rechnungen und Gutschriften können nicht mit Anzahlungen referenziert werden.